In 2 von 5 Jahren bringen die Elsbeeren so viele Früchte, dass sich eine Ernte lohnt. Da die Vögel gerne Elsbeerfrüchte aufnehmen, muss man sie am stehenden Baum pflücken.
Im oberen Bild sieht man Elsbeeren, die für die Saatgutgewinnung gepflückt wurden. Da eine
Beerntung im dichten Bestand kaum möglich ist, haben Forstverwaltungen und Forstliche Versuchsanstalten
Saatgutplantagen angelegt. Von hier aus werden die Baumschulen mit genetisch bestem und zugleich genetisch
vielseitigem Saatgut versorgt. Solche Samengärten, wie sie liebevoll genannt werden, sind auch
für die Generhaltung von größter Bedeutung. Niemand kann heute einschätzen, welche
Gene aussterbender Arten, Rassen und Sorten später einmal wertvoll sein werden.
Im unteren Bild steht der Elsbeer-Edelbrand in der Mitte edler Obstbrände, wie sie in Österreich
erzeugt werden. Elsbeerbrand ist immer der teuerste Brand, denn die Ernte ist höchst aufwendig
und die Ausbeute gering. Reiche Fruchtentwicklung gibt es nur im Freistand. Die am besten fruchtenden
Bäume werden veredelt und dienen mit ihren Reisern zur Nachzucht.

Elsbeerernte in einem Samengarten in Niedersachsen. Die Samen
werden ausgewaschen und an Baumschulen verkauft.

In Österreich werden seit Jahrhunderten edle Brände erzeugt. Im
Mittelpunkt steht der Elsbeerbrand, der teuerste und kostbarste Brand.
Um genügend Material gewinnen zu können, wurden dort schon vor
150 Jahren Hunderte von Elsbeeren solitär in der Feldflur gepflanzt,
das ist weltweit einzigartig.
Literaturhinweise
In der Schriftenreihe "Naturschutz im Kleinen", herausgegeben von der Stiftung LBBW Natur
und Umwelt, Fritz-Elsass-Str. 31, 70174 Stuttgart, ist erschienen:
Heft 27: "Die Elsbeere".
Die Stiftung Wald in Not hat 2002 eine Informationsbroschüre zum Thema "Seltene Bäume in unseren Wäldern" herausgegeben, die auch einen Beitrag über die Elsbeere und den Speierling enthält. Die Broschüre ist erhältlich bei der DBU Naturerbe GmbH - Projekt Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn. Bitte bei Bestellungen 0,85 € Rückporto in Briefmarken beifügen. Weitere Informationen unter www.wald-in-not.de.