Viele Menschen haben schon mal vom Speierling gehört. Sie meinen, es wäre eine kleinfrüchtige Apfel- oder Birnensorte. Dies ist aber falsch, denn der Speierling ist mit der Eberesche (syn. Vogelbeere) verwandt.
Ob der Name mit dem Ausspeien der anfangs sehr herben Frucht zusammenhängt oder vom „Sperbelbaum“ kommt, lässt sich nicht mehr klären. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts sprach man beim Speierling nur von „sorbus”. 1554 wird erstmals der Zusatz „domestica” verwendet. Vielleicht, um mit diesem „zum Haus gehörig” einen Gegensatz zur im Wald stehenden Elsbeere (Sorbus torminalis) deutlich zu machen.
Man holte also seit vielen Jahrhunderten junge Speierlinge aus der freien Natur und pflanzte sie in der Nähe der Siedlungen wieder ein. Damit wollte man die Früchte leichter ernten können, zumal frei stehende Gartenbäume mehr Früchte bilden als Waldbäume.

Apfelförmige (l.) und birnenförmige Speierlingsfrüchte (r.)
Speierlinge haben Früchte, die wie kleine Äpfel oder Birnen aussehen und durch ihre reichen Inhaltsstoffe als Vitalmittel vielfältig der Gesundheit dienen. Nachgefragt wurden und werden sie besonders auch bei der Getränkeherstellung („Äppelwoi“, „Viez“) zur Klärung und geschmacklichen Aufwertung.
Literaturhinweise
In der Schriftenreihe: "Naturschutz im Kleinen" herausgegeben von der Stiftung LBBW Natur und Umwelt, Fritz-Elsas-Straße 31, 70174 Stuttgart, sind erschienen:
Heft 14: "Der Speierling - Ein seltener Baum in Wald und Flur"
Heft 27: "Die Elsbeere"
Die Stiftung Wald in Not hat 2002 eine Informationsbroschüre zum Thema "Seltene Bäume in unseren Wäldern" herausgegeben, die auch einen Beitrag über die Elsbeere und den Speierling enthält. Die Broschüre ist erhältlich bei der DBU Naturerbe GmbH - Projekt Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn. Bitte bei Bestellungen 0,85 € Rückporto in Briefmarken beifügen. Weitere Informationen unter www.wald-in-not.de.